Die Montagsfrage #7 – Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?

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Was soll ich sagen, meine Lieben? Die Tipps der letzten Montagsfrage haben mich tatsächlich dazu angeregt, aus meinem Lesetief herauszukommen und wieder ein Buch in die Hand zu nehmen. Am Wochenende habe ich also das erste Buch nach meinem Sommerurlaub (Das Buch der verlorenen Bücher von Giorgio van Straten) gelesen. Ich gebe zu, dass ich enttäuscht war, was aber durchaus daran liegen könnte, dass ich sehr hohe Erwartungen hatte. Ein Buch über verlorene Manuskripte. Sozusagen Indiana Jones, wäre Indiana Jones ein Buch. Und auch wenn die Lektüre durchaus interessant und bestimmt nicht schlecht war, war es eben auch nicht so fesselnd, wie ich mir das erhofft hatte.

Diese okay-aber-eben-nicht-großartige Lektüre bringt mich jedoch zur wöchentlichen Montagsfrage und ohne große Umschweife frage ich diesmal:

Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?

Vor geraumer Zeit laß ich einen Artikel in einer großen deutschen Wochenzeitung (ich weiß auf Teufel komm raus nicht mehr welche, ob Süddeutsche oder ZEIT oder FAZ oder doch eine ganz andere), der Buchblogs dafür kritisierte, dass sie eben keine kritischen Kritiken verfassen würden, da (fast) jede Rezension positiv und damit im Prinzip nur Werbung sei. Oder so ähnlich. Der Punkt damals war jedenfalls, dass wir eine Tendenz haben nur die Bücher zu lesen, die uns gefallen, und demnach auch nur die Bücher zu rezensieren, die uns gefallen, und logischerweise eben nur Rezensionen zu verfassen, die positiv sind.

Ich persönlich finde, diese Reihenfolge hat ein absolutes Manko. Und zwar setzt sie voraus, dass wir in der Lage wären, Bücher ausschließlich nach Cover perfekt für unseren Geschmack auszusuchen und nie einen Fehlgriff zu landen. Das würde ich aber bezweifeln. Ich habe schon Bücher aufgegriffen, von denen ich dachte, sie würden mir gefallen, die sich dann aber doch eher als enttäuschend oder gar schlecht entpuppten. Ein professioneller Buchkritiker mag zwar seine zu-kritisierenden Bücher nicht selbst aussuchen und deshalb von vorn herein nicht mal eine präferierte Auswahl nach Cover treffen. Aber – von all dem abgesehen – bin ich mir durchaus bewusst, dass ich kein professioneller Buchkritiker bin. Weil ich weder ausgebildete Journalistin, noch Mitarbeiterin einer Buch-Kritik-verfassenden Tages- oder Wochenzeitung bin.

Rezensionen sind also für mich ein Hobby. Ich bin demnach nicht gezwungen mich mit Büchern auseinanderzusetzen, die mir nicht gefallen. Ob nun von vornherein, weil mich das Buch nicht angesprochen, oder im Nachhinein, weil es sich als Flop entpuppt hat. Da wiederum darf man sich natürlich fragen: Hat der verbitterte Buchkritiker, der die Nicht-Buchkritiker der Bloggerwelt kritisiert, vielleicht doch recht? So ein bisschen zumindest? Verfasse ich ausschließlich positive Rezensionen? Bin ich so oberflächlich, dass ich selbst nach dem Lesen eines Buches, von dem ich zwar von vornherein dachte, dass es mir gefallen würde, dass ich aber anschließend blöd fand, Rezensionen nicht schreibe, weil es mir keinen Spaß macht? Vielleicht. Und wenn dem so wäre, wäre das überhaupt schlimm?Letztere Frage sollte vielleicht das Thema einer eigenen Montagsfrage sein, aber mal ganz ehrlich: Verfassen wir wirklich primär (wenn nicht sogar ausschließlich) positive Rezensionen?

Dazu sollte gesagt werden, dass ich auf diesem Blog ja noch gar keine Rezension verfasst habe. (Es liegt ehrlich gesagt daran, dass ich momentan einige Rezensions-bereite Bücher auf dem Stapel liegen habe und mich noch nicht dazu entschieden habe, welches das Rezensions-Premiere-Buch wird. Und an aufkommenden Uniprüfungen. Zugegebener Weise.) Auf meinem alten Blog habe ich allerdings schon rezensiert. Und in Retrospektive muss ich sagen, dass ein Großteil meiner Rezensionen Bücher beinhaltete, die ich sehr mochte. Lag natürlich daran, dass ich meist auch Bücher lese, die ich sehr mag. Oder Bücher, die ich nicht mag, abbreche. (Eiskalt.)

Ob nun also mit knirschenden Zähnen oder ohne – ich muss zugeben, dass ich vor allem Rezensionen über Bücher verfasse, die ich mag, aber ich kann nun mal auch nicht ändern, dass ich so einen ausgezeichneten Lesegeschmack besitze und fast ausschließlich tolle Bücher lese. Ich würde mir aber gern für die Zukunft vornehmen, dass, sollte ich doch einmal ein schlechtes Buch erwischen, auch darüber eine (ehrliche) Rezension kommen wird.

Aber wie sieht das bei euch aus? Mehr Rezensionen über geliebte Bücher oder schreibt ihr unbeirrt auch über Bücher, die euch nicht gefallen haben? Das würde mich wirklich interessieren.

Ihr wollt euren Beitrag teilen? Um ihn verlinken zu lassen, kommentiert bitte mit einem Link unter diesen Post. Ich verlinke anschließend in chronologischer (Kommentar-)Reihenfolge. Das Banner darf natürlich kopiert werden. 

Noch nicht genug von der Montagsfrage? Hier geht es zur Montagsfrage der letzten Woche und hier zur Liste aller auf diesem Blog erschienenen Montagsfragen.

  1. Literaturblog von Nomadenseele
  2. Emma Escamilla
  3. wortmagieblog
  4. Aequitas et Veritas
  5. Vanessas Literaturblog
  6. Romanfresser.de
  7. Martins Buchgelaber
  8. Der Büchernarr
  9. Pineapples Booknook
  10. Andreas Kück Leselust
  11. Crashies Wonderland
  12. Medienjournal
  13. Anjas Druckbuchstaben
  14. Verstaubte Lügen
  15. Mein Senf für die Welt
  16. Herba
  17. Sommerleses Bücherkiste
  18. Tempest
  19. Corlys Lesewelt
  20. Hauntedcupcake – Liebe zwischen den Zeilen
  21. Wordworld
  22. Torsten’s Bücherecke
  23. Lesen – was sonst?
  24. fuxich
  25. Wortgestalten
  26. Bücherlogie
  27. Kleene’s bunte Welt
  28. Medienwelten
  29. Kiras kleine Leseecke
  30. Lucinda im Wunderland
  31. Martins Bücherbox
  32. Ruby’s Tintengewisper
  33. Buchpfote
  34. Wortverzauberte
  35. The music box of a morbid Wonderland
  36. Angelique. Mein kleiner Blog für alles.
  37. nerdlicht.net
  38. Meine kleine Welt
  39. Verwaltet
  40. Ani’s CrAzY Bookworld
  41. Lumina’s Diary
  42. Bücher wie Sterne
  43. Pages per hour

63 Gedanken zu “Die Montagsfrage #7 – Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?

  1. Pingback: Montagsfrage. | Aequitas et Veritas

    • Deine Kommentarfunktion auf Deinem Blog funktioniert nicht. Weil ich’s schon geschrieben habe, poste ich es hier 😀

      Ich glaube, dass Du Dich mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4 von 5 Punkten voll und ganz im Durchschnitt bewegst. Sieht wohl bei vielen ähnlich aus, weil eben viele vorher grob abzuschätzen versuchen, ob ihnen das Buch gefällt, oder eben nicht. Es dann aber gar nicht erst lesen.

      Wir sind ja keine bezahlten Literaturkritiker, die jeden Schund lesen müssen 😉

      Viele Grüße
      Der Büchernarr Frank

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  2. Hallo Antonia,
    ein interessantes Thema hast du heute und deine Meinung dazu ist nachvollziehbar.
    Wenn man schlechte Bücher abbricht ist es verständlich, dass man dazu auch keine Rezension verfasst obwohl ich auch Buchblogs gesehen habe, die das ebenfalls erwähnen, wenn sie ein Buch angebrochen haben (und warum).
    Liebe Grüße
    Martin
    Mein Beitrag: https://bit.ly/2IUwJCV

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  3. Guten Morgen Antonia!

    Wow, was für eine Montagsfrage. Noch nie sind mir so viele Ideen im Kopf herumgespukt… Und noch nie war mein Beitrag so umfangreich. Man könnte wirklich ewig über das Thema gute und schlechte Rezensionen, sowie die Kritikbereitschaft von Bloggern diskutieren.

    Meinen Beitrag findest du hier:
    https://pineapplesbooknook.wordpress.com/2018/10/15/montagsfrage-kw42-2018/

    Hab eine tolle Woche 🙂

    LG Kathi

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  4. Guten Morgen!

    Ich hab zwar keinen extra Beitrag dafür verfasst, möchte aber trotzdem gerne kurz meine Meinung dazu sagen 🙂

    Ich rezensiere nicht jedes Buch, aber das hat nichts damit zu tun, ob es mir gefallen hat oder nicht.
    Reihenfortsetzungen zum Beispiel rezensiere ich nicht immer, ich schreibe zwar einen Post als „Gelesen“ und schreib vielleicht 1-2 Sätze dazu oder gebe nur eine Sternebewertung ab, oder bei Büchern, bei denen mir einfach partout nicht viel dazu einfallen will. Das können durchaus auch gute Bücher gewesen sein. Aber manchmal fällt mir die Rezension schwer oder ich möchte es „einfach nur lesen“

    Bei vielen Büchern aber merke ich eben während dem Lesen, was ich alles gut oder eben nicht gut finde. Ich mach mir auch immer Notizen, und das möchte ich dann schon gerne durch eine Rezension an andere Leser weitergeben. Hauptsächlich um mich mit anderen darüber austauschen zu können und meinen Leseeindruck zu vermitteln. Das hab ich sogar auch schon gemacht, wenn ich ein Buch abgebrochen habe. Wobei ich Bücher in der Regel erst nach 1/3 abbreche, so viel gestehe ich der Geschichte immer zu, weil sie mich ja vielleicht doch noch packen könnte.

    Dieses Vorurteil, dass man nur gute Bücher rezensiert finde ich doof und stimmt auch einfach nicht. Dass man viele positive Rezensionen schreibt liegt – denke ich – einfach daran, weil man halt doch seinen Buchgeschmack gut einschätzen kann und viele Bücher erwischt, die einem gefallen 😉

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  5. Pingback: Montagsfrage: kritische Rezensionen? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  6. Huhu,
    Hier ist meine Antwort:
    https://rakkasei3.blogspot.com/2018/10/montagsfrage_15.html
    Ich kritisiere eigentlich sehr viel wenn es um Bücher geht, aber ich versuche sie nett zu verpacken. Selbst bei positivwn Bewertung(5 von 5 Sternen) finde ich Kritikpunkte und versuche meine Meinung zu begründen.
    Ich find so ein rezensieren(?) von manchen Buchblogs echt ätzend, vor allem wenn es eindeutig keine Rezension sondern Werbungen ist.

    Lg

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  7. Pingback: Montagsfrage: Nur positive Rezis? » Mein Senf für die Welt

    • Hallo Marina,

      Dein Blog ist irgendwie schon der zweite heute, bei dem ich eine Fehlermeldung nach dem posten erhalte. Keine Ahnung, woran das liegt. Zum Glück nutze ich mittlerweile die Tastenlürzel Strg-A und Strg-C vor dem Absenden, so dass ich nun das Kürzel Strg-V nutzen kann 😉

      Ich sehe das ein bisschen anders als Du, auch hinsichtlich der Selfpublisher. Ich habe schon viele Bücher vor allem von jungen Autoren gelesen, die aus ihrem Umfeld hoch gelobt wurden, was sie nicht für tolle Bücher schreiben und das auch glauben. Warum auch nicht, sind ja Freunde und Bekannte?

      Von diesem Erfolg „angestachelt“ gehen diese Autoren dann gern auf Bewertungsplattformen wie Lovelybooks & Co. und sind dann vollkommen enttäuscht, dass ihre Bücher verrissen werden.

      In meinen Augen brauchen gerade Selfpublisher eine ehrliche Meinung von unabhängigen Lesern, auch wenn diese niederschmetternd ist.

      Viele Grüße
      Der Büchernarr Frank

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      • Komisch?! Dein Kommentar kam jedenfalls an und ich habe ihn gerade beantwortet.

        Natürlich sollen gerade auch Selfpublisher, die noch neu beim Schreiben sind, eine ehrliche, unabhängige Meinung bekommen. Ich geben ihnen dieses Feedback dann aber lieber privat in einer Mail, als sie öffentlich „bloßzustellen“.

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  8. Pingback: Montagsfrage #7: Rezensionen | LAHs Welt der Serien, Filme und Bücher

  9. Pingback: Montagsfrage 127 #7#: Nur gute Rezensionen oder auch schlechte? | Corlys Lesewelt

  10. Pingback: Montagsfrage # 30 | Tempest

  11. Huhu,

    sehr interessante Gedanken hast du uns heute präsentiert! Es ist auf jeden Fall wichtig, darüber nachzudenken, wie und was wir als Blogger bewerten, denn wir haben ja als Produkttester im Weitesten Sinne auch eine Verantwortung den anderen Lesern gegenüber. Ich habe eine Weile gegrübelt und auch mal meinen Bewertungsschnitt ausgerechnet und bemerkt, dass ich im Schnitt viel zu positiv bewerte. Danke für die Anregungen!

    Hier den Link zu meinem Beitrag:
    https://w0rdw0rld.blogspot.com/2018/10/montagsfrage-151018.html

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche
    Sophia

    PS: Juhuu, ich habs endlich mal geschafft, pünktlich am Montag zu antworten ;-))

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  12. Pingback: {Montagsfrage} Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen? | Bella's Wonderworld

  13. Hallo liebe (Buch-)Liebenden! 😉

    Ich bin diese Woche zum ersten Mal dabei und habe deshalb einen etwas anderen Beitrag zur #Montagsfrage verfasst. Schaut doch mal bei mir rein und lasst mich wissen, dass ihr da gewesen seid! Ich freue mich schon darauf, in den nächsten Tagen auch eure Blogs einmal zu durchstöbern und wünsche euch einen schönen Start in die neue Woche! 🙂

    Liebe Grüße aus dem Wald,
    Fuxich

    https://fuxich.com/fuxbau/buchblog/einmal-montagsfrage-spezial-mit-alles-bitte/

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  14. Pingback: MoFra: Nur positive Rezensionen? | Wortgestalten

  15. Pingback: [Montagsfrage] Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen? | Bücherlogie

  16. Pingback: Montagsfrage #7 – Positive oder auch negative Rezensionen? | Medienwelten

  17. Wenn ich ein schlechtes Buch (zu Ende) lese, dann rezensiere ich es auch, wenn ich es gut begründen kann. Was mir schwer fällt, sind diese okay-Bücher, bei denen ich nicht begeistert bin, aber gar nicht sagen kann, woran das lag. In solchen Fällen lasse ich die Rezension dann eher ausfallen, als wenn mich ein Buch völlig enttäuscht hat.
    Der Unterschied zwischen Bloggern und professionellen Kritikern ist aber eben genau der, dass wir uns die Bücher selbst aussuchen. Würde man mir einfach wahllos Romane vorsetzen, würden die Rezensionen auch nicht annähernd so positiv ausfallen.

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  18. Pingback: Montagsfrage: Die sind alle gut! | nerdlicht.net

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