Die Montagsfrage #30 – April, April

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Der erste April fällt dieses Jahr also auf einen Montag und damit auch thematisch mitten in die dieswöchentliche Montagsfrage. Ich bin persönlich kein sonderlich großer Freund dieses inoffiziellen Feiertages, da ich als relativ gutgläubiger Mensch den ganzen Tag über von Scherznachrichten irritiert werde. Aber im Sinne des guten Humors habe ich mich dazu entschieden, auch die Montagsfrage ein wenig an den Tag anzulehnen.

Bevor wir uns allerdings kopfüber auf diese stürzen, eine kurze Ankündigung: mit nächster Woche endet meine Examensphase und damit kehrt auch wieder ein wenig Ruhe und Frieden ein. Die Montagsfrage kommt also bald wieder pünktlicher am Montag Morgen.

Welches humoristische Werk gehört in den Schrank eines jeden Lesers?

Ich bin ein großer Fan von politischer Satire, weshalb ich einfach nicht umhinkomme, wärmstens die Lenny Bruce Autobiographie How to talk dirty and influence people zu empfehlen. Ich bin durch die Serie The Marvelous Mrs Maisel erstmals auf Lenny Bruce aufmerksam geworden und seitdem absolut fasziniert. Bruce is nicht nur einer der Begründer von Stand-Up Comedy mit politisch, religiös und gesellschaftlich geladenen Inhalten, ein Advokat der freien Meinungsäußerung in Zeiten, in denen Comedians noch regelmäßig aufgrund ihrer Aufführungen verhaftet wurden, sondern auch einfach zum brüllen komisch. Ich lache momentan Tränen beim Lesen seines Buches und finde es wahnsinnig bedauerlich, dass er gestorben ist, bevor er der Welt mehr seines Scharfsinns hinterlassen konnte. Einziger Disclaimer: Die Autobiographie ist aus den 1960er Jahren und sollte deshalb auch als solche gelesen werden. In den 60ern war Homosexualität noch eine psychische Erkrankung, Rassentrennung Alltag und Sexismus gehörte zum guten Ton. Vor diesem Kontext war Lenny Bruce zwar seiner Zeit bereits voraus, also wesentlich weniger rassistisch, sexistisch oder homophob als die meisten seiner Zeitgenossen. Nichtsdestotrotz wird Homosexualität z.B. immer noch als Krankheit genannt und angegeben, dass „Betroffene“ Hilfe bräuchten. Das ist mittlerweile, zum Glück, nicht mehr die gängige Ansicht in einigermaßen intelligenten Kreisen, aber das war vor sechzig Jahren nun mal anders. Geschichte ist, was sie ist. Manche Aussagen reifen mit mehr Grazie und manche werden innerhalb weniger Jahrzehnte widerlegt. Das Buch ist trotzdem noch ein großartiges Buch, es ist immer noch wichtig um zu verstehen wie wir gelandet sind, wo wir gelandet sind, und ich finde es auch 2019 immer noch empfehlenswert.

Nachdem wir meine Empfehlung aus der Sparte „historische Entwicklung des Witzes“ nun also geklärt hätten, möchte ich noch eine weitere Empfehlung in die Weiten des Internets verlassen. Für alle, die es dann doch ein bisschen leichter, auf Deutsch und weniger politisch geladen mögen. Ich bin schon seit geraumer Zeit ein großer Fan von so ziemlich allem, was Kerstin Gier schreibt, aber ihre Müttermafia-Trilogie wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Ich habe die Bücher damals innerhalb weniger Tage verschlungen — was mir bei Kerstin Gier-Büchern generell öfter so geht, aber vor allem bei diesen besonders extrem war. Ich habe die Reihe selbst schon ein paar Jahre nicht mehr gelesen, was einen Re-Read umso besser macht — und jeder, der noch keine Pfade mit diesen Büchern gestreift hat, sollte das dringend nachholen. Ihr verpasst sonst etwas.

So, das waren sie also. Die zwei humoristischen Empfehlungen von mir für euch am 1. April 2019. Ich wünsche euch allesamt einen guten Start in die Woche, uns allen schönes Wetter, guten Lesestoff und möglichst wenig Probleme mit der gottverdammten Zeitumstellung.

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Noch nicht genug von der Montagsfrage? Hier geht es zur Montagsfrage der letzten Woche und hier zur Liste aller auf diesem Blog erschienenen Montagsfragen.

  1. Der Büchernarr
  2. Aequitas et Veritas
  3. Literaturblog von Nomadenseele
  4. Andreas Kück Leselust
  5. wortmagieblog
  6. Minor Herba
  7. Mein Senf für die Welt
  8. Torsten’s Bücherecke
  9. Bücherlogie
  10. lonelyThought
  11. nellindreams
  12. Lucinda im Wunderland
  13. Vanessas Literaturblog
  14. Wordworld
  15. Buchpfote
  16. Romanfresser.de

23 Gedanken zu “Die Montagsfrage #30 – April, April

  1. Pingback: Montagsfrage #30: Welches humoristische Werk gehört in den Schrank eines jeden Lesers? - Der Büchernarr

  2. Pingback: Die Montagsfrage. | Aequitas et Veritas

  3. Pingback: Montagsfrage: Must read in Sachen Humor? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  4. Pingback: Die Montagsfrage April19_01 – lonelyThought

  5. Pingback: [Montagsfrage] Welches humoristische Werk gehört in den Schrank eines jeden Lesers? | Bücherlogie

  6. Pingback: Die Montagsfrage #30 – Humor im Bücherregal | nellindreams

  7. Pingback: Die Montagsfrage #31 – Welcher Autor aus dem Nicht-Deutsch oder -Englisch-sprachigen Raum sollte mehr gelesen werden? | Lauter&Leise

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