Die Montagsfrage #42 – Buch mit Notiz?

Scan (verschoben)

Eine gefühlt an die Grenzen der Ewigkeit gedehnte Woche liegt nun hinter mir und eine sehr aufregende raschelt mit dem Umschlagen des Kalenderblattes ins Haus (Mehr metaphorisch als tatsächlich gesprochen, es ist dann ja doch mehr der digitale Kalender auf dem Handy, der bei mir planungstechnisch in Gebrauch ist. Obwohl ich auch einen richtig schönen Abreißkalender vom Diogenes-Verlag besitze, den ich wärmstens empfehlen kann. Aber da reißt man schließlich jeden Tag ab, das mindert die Dramatik mit dem Monatsumbruch. Nun, wie dem auch sei.). Heute steht meine letzte große Klausur an, nach der ich erst einmal bis Mitte August ein bisschen Seelenfrieden haben werde und — vollkommen ohne schlechtes Gewissen — so tun kann als existiere die Uni und ihre nervenaufreibenden Abgabetermine nicht.

Was heute allerdings auch ansteht (und worauf ich mich, zugegeben, auch viel mehr freue) ist die Schlüsselübergabe zur neuen Wohnung. Ja! Klausur fertig. Umzug ahoi. Die letzten Tage waren sehr intensiv. Es gab eine Menge zu tun. Sollte also irgendjemand einen Unterschied im Schreibstil der heutigen Montagsfrage erkennen — it is I, Antonia, auf heftigem Schlafentzug und nach mehrstündigem Starren auf Laptopbildschirme und Literaturzusammenfassungen. (Ich kann gar nicht genug unterstreichen wie sehr ich mich auf meinen Umzug im Vergleich zu meiner Psychometrics-Klausur freue. Wenn ich nach morgen Nachmittag auch nur im Vorbeigehen die Worte „factor analysis“ höre, schreie ich.)

Aber gut. Meine Zusammenfassung wartet auf mich (leider Gottes), also kommen wir mit der neuen Woche ohne weitere Umschweife auch gleich zur neuen Montagsfrage:

Buch mit Notiz?

Es spaltet ja wirklich die Geister. Die ethnischen Aspekte des „In Bücher schreiben“ versus „Nicht in Bücher schreiben.“ Ich bin ganz offen, meine Freunde, ich muss mit Büchern arbeiten können, sie anfassen und Gedanken zu ihren Worten festhalten, sonst nimmt mir das einen großen Teil des Vergnügens. Für mich gibt es nichts Schöneres als nie wieder eine Psychometrics-Klausur schreiben zu müssen Jahre später erneut durch Bücher zu blättern und Gedanken zu lesen, sie mein Vergangenheits-Ich so hatte als es das alles zum ersten Mal gelesen hat. Dazu kommt verstärkt, dass ich ein richtig, richtig, richtig schlechtes Gedächtnis habe — wenn ich mir nicht aufschreibe, was mir in einem Moment durch den Kopf geht, hat der nächste Moment es schon wieder weggewischt.

Konsequenz davon ist natürlich, dass bei mir fast alle Bücher — vor allem jene, die ich innerhalb der letzten Jahre gelesen habe — Markierungen, Randnotizen oder Klebezettel drin haben, die darauf warten, in zwei Monaten oder zwanzig Jahren oder irgendwo dazwischen wieder gesichtet zu werden. Neben dem eigentlichen Buch versteht sich.

Ich verstehe ehrlich gesagt auch gut, weshalb viele Bücherfreunde (was für ein schönes Wort, mal ganz am Rande Bemerkt) eher Abneigung gegen diese Lese-Praxis hegen. Etwas zu schätzen heißt für viele, es behutsam zu behandeln. Für mich war es immer mehr ein „fokussiert damit Arbeiten“, wenn ich beschreibe, was schätzen für mich bedeutet. Die Dinge so wenig passiv, also so aktiv, wie möglich in sich aufzusaugen. Sich so intensiv wie möglich damit beschäftigen und vollkommen darin verlieren. Und ja, es hilft mir ungemein, wenn ich Notizen mache, um diesen intensiven Zustand des Lesens zu erreichen. Wie bereits erwähnt, meine Aufmerksamkeitsspanne (und folglich mein Gedächtnis) befindet sich irgendwo zwischen „sehr intensiv“ oder „überhaupt nicht vorhanden“ — Notizen machen hilft es bei „sehr intensiv“ zu halten.

Ich hoffe nun nicht zum Montagmorgen von der Community dafür gekreuzigt zu werden und glaube, dass es sicher den ein oder anderen gibt, der das Randnotizen-Machen vehement ablehnt. Aber wie genau ihr das sehr — das interessiert mich diese Woche. Also lasst einen Beitrag oder einen Kommentar da, sendet wenn nötig eine Brieftaube oder Flaschenpost (viel umweltfreundlicher) und rutscht gut in den Montag!

Ihr wollt euren Beitrag teilen? Um ihn verlinken zu lassen, kommentiert bitte mit einem Link unter diesen Post. Ich verlinke anschließend in chronologischer (Kommentar-)Reihenfolge. Das Banner darf natürlich kopiert werden. 

Noch nicht genug von der Montagsfrage? Hier geht es zur Montagsfrage der letzten Woche und hier zur Liste aller auf diesem Blog erschienenen Montagsfragen.

  1. Der Büchernarr
  2. Andreas Kück Leselust
  3. nellindreams
  4. Bücher wie Sterne
  5. Torsten’s Bücherecke
  6. Anjas Druckbuchstaben
  7. Pineapples Booknook
  8. Aequitas et Veritas
  9. Literaturblog von Nomadenseele
  10. Buchweiser
  11. Mein Senf für die Welt
  12. wortmagieblog
  13. Corlys Lesewelt
  14. Verstaubte Lügen
  15. Vanessas Literaturblog
  16. Kira Near
  17. Wordworld
  18. Lieschen Liest
  19. Buchpfote
  20. Rubys Tintengewisper
  21. Buchmagie.de
  22. lonelyThought

38 Gedanken zu “Die Montagsfrage #42 – Buch mit Notiz?

  1. Pingback: Montagsfrage #42: Buch mit Notiz - Der Büchernarr

    • Hallo Andreas!

      Vielen Dank! Mein Freund und ich haben heute zum Glück schon einiges geschafft, ich bin also ganz optimistisch, dass wir mit allem im Zeitplan bleiben und der Umzug glatt über die Bühne gehen wird 🙂

      Liebe Grüße und einen schönen (mittlerweile) Dienstag,
      Antonia

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  3. Pingback: Montagsfrage: Buch mit Notiz? » Mein Senf für die Welt

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  5. Pingback: Montagsfrage. | Aequitas et Veritas

    • Huhu Tina!

      Dann wünsch ich dir ganz viel Freude in deiner neuen Wohnung! Wir sind gerade richtig mit unserem Tagespensum für den Umzug fertig geworden und fühlen uns hier schon pudelwohl. Jetzt Daumen drücken, dass sowohl mein als auch dein Rest (bzw. Beginn) vom Umzug auch (relativ) reibungslos über die Bühne geht.

      Liebe Grüße,
      Antonia

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  7. Pingback: Montagsfrage Juli19_01 – lonelyThought

  8. Pingback: Die Montagsfrage #43 – Bücher behalten oder aussortieren? | Lauter&Leise

  9. Pingback: Montagsfrage: Notizen? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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