Die Montagsfrage #3 – Gab es schon einmal einen auf einem Buch basierten Film, den du besser fandest als das Buch?

Scan (verschoben)

Nach einer (zumindest bei mir) sehr vollen und anstrengenden letzten Woche ist es also wieder Montag. Mitte September ist seit Sonntag überschritten und mein Konsum an Suppen (= Herbstmahlzeit) hat seit letzter Woche exponentiell zugenommen. Ja, der Winterspeck kann so langsam aber sicher angelegt werden. Bei mir ist zum Glück momentan mein Freund da, der sich um die regelmäßige Kuchen-, Schokoladen- und Suppenzufuhr, also um den Winterspeck, kümmert, während ich über Statistik jammere. (Das ist Liebe.)

Aber genug zum Herbst und genug zu Suppen und zurück zum eigentlichen Thema dieses Posts: Die Montagsfrage. Diese Woche zum immer brisanten Thema ’Buchverfilmung’ – ja, nein, vielleicht, geliebt, gehasst, gemocht, enttäuscht, geächtet und geschätzt. Was es auch ist, heute drehen wir den ’Das Buch war besser’-Spieß einmal um und ich frage:

Gab es schon einmal einen auf einem Buch basierten Film, den du besser fandest als das Buch?

Natürlich, dessen bin ich mir vollkommen bewusst, ist man als Buchblogger schon ein bisschen parteiisch, wenn es um die Frage ’Buch oder Film – was war besser?’ geht. Und ja, obwohl ich in meiner Freizeit ein viel gesehener Besucher der Kinos meiner Stadt bin, natürlich bin auch ich der Meinung, dass fast immer wenn ein Buch hinter einem Film steht, besagtes Buch doch ein bisschen mehr Tiefe und Qualität hat. Egal wie gut der Film nun ist. Es liegt schlicht und ergreifend in der Natur der Bücher, besser zu sein. Wo Filme technische Grenzen haben, entspringen Bücher direkt dem komplexesten Systems des uns bekannten Universums – dem menschlichen Gehirn. Filme haben Budgets und einen begrenzten Zeitrahmen. Wir haben eine ganze Menge Synapsen, die alle Special Effects kostenlos übernehmen.

Und doch gibt es tatsächlich einen Film, den ich dem Buch vorziehe. Vielleicht mag das für den ein oder anderen eine nicht gerade populäre Meinung sein – und ganz auf Gefahr hin, mich hier zum Beginn der Woche schon mal richtig unbeliebt zu machen, aber jetzt muss es einfach mal raus: Ich finde den Film Call Me By Your Name besser als das Buch. Und das hat auch seine Gründe. Erstens: Der Cast – vor allem Timothée Chalamet – war beeindruckend, der Film sehr gut gemacht, die Musik großartig. Kurzum: Das Gesamtkonzept stimmt. Doch viel wichtiger, das ist mein zweiter Punkt: Der Film lässt mehr weg als das Buch. Und genau das macht für mich in diesem besonderen Fall den Reiz aus. Ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen, aber ich weiß bereits, dass mir die Art wie der Film die Geschichte von Elio und Oliver erzählt, besser gefällt. Bleibt dran, ich bin im Inbegriff das alles zu erklären.

Call Me By Your Name ist eine Liebesgeschichte. Ich bin, zugegeben, noch nie ein riesiger Fan von Liebesgeschichten gewesen. Entweder sind sie für mich nicht so wichtig, weil sie eben nur ein Aspekt, aber nicht der Hauptaspekt der Geschichte sind. Oder, sollten sie doch der Hauptaspekt der Geschichte sein, sie oft einfach kitschig erzählt werden.

Ich glaube daran, dass nicht jeder die unsterbliche Liebe findet. Und ich glaube daran, dass nicht jeder, der sie findet, mit ihr glücklich wird. Den einen Menschen zu finden ist unbeschreiblich schön, das Beste, was einem passieren kann – und es ist verdammt beängstigend. Weil man sich mit der anderen Person auf eine Art und Weise verbunden fühlt, bei der man weiß, sollte man je voneinander getrennt werden, wird da etwas zurück bleiben, das nicht mehr zu reparieren geht, und da wird etwas fehlen, das sich nicht mehr ersetzen lässt. Und ja, ich finde, diesen Aspekt von Liebe erzählen die meisten Liebesgeschichten nicht – mit Ausnahme von Call Me By Your Name eben. Diese Liebesgeschichte tut weh, aber sie ist eben auch verblüffend ehrlich. Und das gefällt mir.

Warum ist also gerade Weniger mehr in diesem Fall und der Film gegenüber dem Buch deshalb meine persönliche Präferenz? Weil richtig gute Liebesgeschichten eben nicht nur ehrlich sind, sondern auch persönlich. Und indem ein Film den inneren Monolog des Buches außen vor lässt, bleibt da mehr Platz für die eigenen Gedanken, die eigenen Erinnerungen, die eigenen Erfahrungen, das eigene Ganz genau so ist das. Und dann berührt einen diese Geschichte von Elio und Oliver nicht nur weil sie gut ist und weh tut – sondern weil sie ein Gefühl transportiert, das keiner ganz beschreiben kann, sondern jeder für sich selbst finden muss. Und dazu muss man Worte eben manchmal weglassen.

Aber wie seht ihr das? Hattet ihr schon einmal einen Film, der das Buch in den Schatten gestellt hat – oder seid ihr gnadenlose ’Das Buch ist besser’-Verfechter? Lasst es mich auch diese Woche bei der Montagsfrage wissen – und habt einen guten Start in die Woche!

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Noch nicht genug von der Montagsfrage? Hier geht es zur Montagsfrage der letzten Woche und hier zur Liste aller auf diesem Blog erschienenen Montagsfragen.

  1. Medienjournal
  2. Wortmagieblog
  3. Aequitas et Veritas
  4. Pineapples Booknook
  5. Der Büchernarr
  6. Charleen’s Traumbibliothek 
  7. Verstaubte Lügen
  8. Andreas Kück Leselust
  9. Martins Buchgelaber
  10. Sommerleses Bücherkiste
  11. Domics Pinnwand
  12. Mein Senf für die Welt
  13. Anjas Druckbuchstaben
  14. Wörterkatze
  15. Medienwelten
  16. Verwaltet
  17. Blackfairys Bücher
  18. Bella’s Wonderworld
  19. dufttrunken
  20. Livricieux
  21. Literaturgarten
  22. Corlys Lesewelt
  23. Nerdlicht
  24. Sakuyas Blog
  25. Liveyourlifewithbooks
  26. Wortgestalten
  27. Tanja’s Bücherpalast 
  28. Flashtaig
  29. Bücherlogie
  30. Kira Near
  31. Ani’s CrAzY Bookworld
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  41. Bücherhexen
  42. Buchreisender
  43. nobody knows
  44. Wordworld

68 Gedanken zu “Die Montagsfrage #3 – Gab es schon einmal einen auf einem Buch basierten Film, den du besser fandest als das Buch?

  1. Pingback: Montagsfrage: Film vs. Buch? | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  2. Pingback: Montagsfrage # 1. – Angelique

  3. Pingback: Montagsfrage #4 – Ordnest du deinen Bücherschrank oder geht bei dir alles kreuz und quer? | Lauter&Leise

  4. Pingback: Bloggestöber #19 | Von „richtigen“ Büchern und gescheiterten Repräsentationen – LIVRICIEUX

  5. Pingback: Montagsfrage | #42 – Die Sache mit den Buchverfilmungen – read. eat. live.

  6. Pingback: Bloggestöber #19 | Von „richtigen“ Büchern und gescheiterten Repräsentationen – read. eat. live.

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